Aktuelles 2016

Gutmensch – Unwort des Jahres 2015 oder humanitärer Anspruch

Wenn man das Unwort des Jahres ernst nimmt, dann bin ich jetzt offiziell ein bisschen bescheuert, so sagt es Annet Behnken, und ich finde, sie hat Recht. Das Unwort des Jahres ist Gutmensch. Gutmensch wird gebraucht, um einen Menschen, der sich für andere einsetzt als naiv, vielleicht auch als unbedarft oder dumm hinzustellen.
Wer an das Gute im Menschen glaubt, wer hilfsbereit und tolerant ist, scheint angesichts der realen Entwicklungen in unserer Gesellschaft die Realität zu verklären. Gleichwohl: Wir als „DRK-ler“ wollen Gutmenschen sein und sind es auch– nicht naiv, nicht blauäugig oder sorglos – aber wir gehen anders mit den Problemen um. Natürlich haben wir auch Angst und Sorge – schaffen wir das wirklich? Schnelle und einfache Lösungen werden gefordert, oftmals aus den Gefühlen der Angst und Wut geboren. Aber sie taugen meistens wenig. Erneute Mauern, Schließung von innereuropäischen Grenzen, Abschottung, Angst und Wut gegenüber dem Fremden schützen uns nicht vor dem menschenverachtenden Terror und Gewalt.
Wirklich tragfähige Antworten und Lösungen erfordern mindestens dreierlei:
• Die Wahrung unserer humanitären Werte.
• Es braucht Mut und Geduld, und
• es braucht Gutmenschen, die offen reden, streiten und vor allem anpacken, helfen – es braucht mutige Gutmenschen, die natürlich auch Angst und Wut haben, die aber dieser Angst und Wut nicht die Macht überlassen oder sich von ihr leiten lassen.
Mutige Gutmenschen, die nicht aufgeben – das ist das Gebot der Stunde und hier bin ich mir mit A. Behnken sehr einig. Eine Heimat solcher mutigen Gutmenschen finden Sie im DRK Kreisverband Zwickauer Land e.V.

Es grüßt Sie freundlich
Prof. Dr. Gerd Drechsler
Präsident